Ein Drama
»On n’est pas sérieux, quand on a dix-sept ans« (französisch für „Man ist nicht ernsthaft, wenn man 17 Jahre alt ist“) aus einem Gedichts von Arthur Rimbaud.

Der französische Regisseur André Techiné hat einen bewegenden Liebesfilm gedreht. Der Film erzählt von zwei Heranwachsenden, die ihre Homosexualität entdecken. Gedreht vor der gewaltigen Berglandschaft der Pyrenäen.

Im Interview spricht der französische Regisseur André Téchiné über seinen Film „Quand on a 17 ans" (Mit siebzehn), der jetzt in Frankreich bereits angelaufen ist und bereits auf der Berlinale 2016 gezeigt wurde.
Téchiné muss schon zugeben, dass die Jugend ihn etwas mehr interessiert als andere Lebensphasen: „Sie entspricht am engsten meinem eigenen Empfinden. In der Jugend überlagern sich die erträumte und die gelebte Erfahrung. Das ist mir vertraut, durch diese Zeit bin ich selbst hindurchgegangen. In der erwachsenen Welt unterscheidet man strikt zwischen Realitätsprinzip und Lustprinzip. In der Jugend kann man das viel weniger trennen. Für mich hat die Jugend etwas Magisches, das auch dem Kino etwas Zauberhaftes gibt.“

Die Flatterhaftigkeit der Adoleszenz
Mit siebzehn ist es irgendwie nervig: Man ist noch nicht erwachsen, aber doch irgendwie zu alt für jegliche Bevormundung. Noch dazu ist man meist völlig verwirrt vom Leben, muss aber wichtige Entscheidungen für die Zukunft treffen und sein Abitur schaffen. Die lange Lebenszeit ist noch nicht greifbar – und doch muss man hier die Weichen stellen. Und das noch dazu in einem hormonell mehr als unausgeglichenen Zustand.

Als hätten die beiden 17-Jährigen Damien (Kacey Mottet Klein) und Thomas (Corentin Fila) nicht schon genug Probleme, machen sie sich auch noch das Leben gegenseitig schwer. In der Schule sind sie in der gleichen Klasse und prügeln sich, wann auch immer sie können. Die beiden können sich nicht ausstehen. Warum, das weiß keiner so genau, nicht einmal die Jungs selbst. Damien ist der Sohn der Landärztin Marianne (Sandrine Kiberlain) und eines Militärfliegers, der stets irgendwo an der Front im Auslandseinsatz ist.
Marianne kümmert sich eines Tages um Thomas` Adoptivmutter, die schwanger ist. Die Schwangerschaft ist hochkompliziert, weshalb Marianne Thomas bei sich aufnimmt, damit er sich auf die Schule konzentrieren kann. Damien ist nicht gerade begeistert davon, seinen Schulfeind bei sich zuhause zu haben. Und so richtig ausdrücken können sich die beiden Jungs nicht. Vor allem Thomas ist sehr verhalten, Damien hingegen ambivalent. Mal hasst er Thomas, mal hegt er Gefühle. Doch Worte sind keine da, die Emotionen erweisen sich als zu komplex, da bleibt dann nur die Faust im Gesicht des anderen.
Erst als das Schicksal die beiden hart trifft, finden sie einen Weg zueinander.
Zusammengestellt von Helga Eimer-Esslinger und Magdalene Schreiber
Quellen: Kino-zeit.de, Wikipedia, perlentaucher.de