Whatever Happens ist das, was man einen „Feelgood“-Film nennt. Eine romantische Liebeskomödie mit viel Musik. Wobei die Liebe dahin ist, als sich Hannah und Julian nach sieben Jahren Beziehung an Silvester zum letzten Mal treffen, um die gemeinsame Wohnung frisch zu weißeln und dann dem Vermieter zu übergeben. Von dieser Situation ausgehend, erzählt Regisseur Niels Laupert in Rückblenden die Liebesgeschichte der beiden.

Vor sieben Jahren waren sie zunächst als Zweck-WG in die Großstadt-Mietwohnung eingezogen. Er ein junger Fotograf, sie noch Jura-Studentin. Um sich einen Vorteil zu verschaffen, hatte Julian beim Besichtigungstermin dreist behauptet, er und die ihm bis dahin völlig unbekannte, aber ebenfalls wohnungssuchende Hannah seien ein Paar mit Kinderwunsch. Der Makler gibt beiden daraufhin den Zuschlag, vor unzähligen Mitbewerbern. Aus der Zweck-WG der beiden sehr unterschiedlichen Charaktere wird nach und nach eine Liebesbeziehung. Sie wird ungewollt schwanger und bringt eine Tochter zur Welt. Er kümmert sich fortan um den Haushalt und das Kind, während sie höchst erfolgreich im Beruf arbeitet, was aber zunehmend zu Entfremdung und Unzufriedenheit und am Ende zum Bruch der Beziehung führt.

Man darf hier kein Meisterwerk der Filmkunst erwarten, aber Sylvia Hoeks und vor allem Fahri Yardim, bekannt aus unzähligen Kino- und Fernsehproduktionen, zuletzt Jugend ohne Gott, spielen ihren Part frisch und authentisch, und die Musik tut ein Übriges. Das tröstet auch über so manch unglaubhaftes Konstrukt im Plot hinweg, sodass Anke Sterneborg in „epd-film“ schrieb: »Eigentlich ist die Art, wie hier eine siebenjährige Beziehung in einer einzigen Nacht verdichtet wird, wie sich das Kammerspiel in der Gegenwart und der Beziehungsverlauf in der Vergangenheit durchdringen, auf unkonventionelle Weise charmant.«

Der Regisseur Niels Laupert, Jahrgang 1975, hat nach dem Abitur bei verschiedenen Filmproduktionen mitgearbeitet und von 1997 bis 2006 an der „Hochschule für Fernsehen und Film“ in München zunächst Produktion und Medienwirtschaft studiert, und anschließend noch das Studium der Kino- und Fernsehregie angehängt. Über die Jahre hat er zahlreiche Musikvideos und Werbefilme realisiert. Sein erster Spielfilm für das Kino war 2007 Sieben Tage Sonntag, über zwei Jugendliche einer Clique, wobei einer den anderen zu einem Mord anstiftet. Der Film erhielt eine Reihe von Auszeichnungen.
Klaus Peter Karger